Corona-Impfung:
03.02.2022 | Allgemeines

Existieren Langzeitschäden?

Im Rahmen der Corona-Impfungen ist das Thema Langzeitschäden eines der am heißesten diskutierten. Während Mediziner und Wissenschaftler wiederholt auf das extrem geringe Risiko derartiger Folgen hinweisen, sind sie für viele Impfskeptiker Anlass, bei der Immunisierung abwarten zu wollen. In Anbetracht steigender Infektionszahlen eine fatale Entscheidung, die nicht nur Ungeimpfte, sondern auch Geimpfte gefährdet – durch Mutationen und Impfdurchbrüche. Aber wie groß ist das Risiko für Langzeitschäden wirklich?

Langzeitschäden oder Spätschäden?

Zunächst stellt sich die Frage, was ein Langzeitschaden ist, und gegen was er abgegrenzt wird. Gerade von Impfskeptikern werden an dieser Stelle oft vermeintliche oder tatsächliche Erfahrungen aus dem Bekanntenkreis ins Spiel gebracht. Hierbei handelt es sich jedoch überwiegend nicht um einen Impfschaden im eigentlichen Sinne, sondern lediglich um Impf-Nebenwirkungen. Der Unterschied besteht darin, dass Nebenwirkungen vorhersehbar und geringfügig sind, Schäden jedoch längerfristig wirken. Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit und Grippesymptome stellen solche kurzfristigen Nebenwirkungen dar – sie halten nicht länger als 1-14 Tage an. Nebenwirkungen treten auch bei anderen Medikamenten auf, beispielsweise Müdigkeit bei Tabletten gegen Allergie oder vorübergehende Zungenverfärbung durch Mundwasser. Trotzdem spräche hier niemand von „Mundwasserschäden“.


Warum existieren keine Spätschäden?

Echte Spätschäden, also solche, die erst mit deutlichem Abstand zur Immunisierung auftreten, existieren weder bei der Corona- noch einer anderen Impfung. Das liegt im Wirkprinzip einer Impfung begründet, denn der Impfstoff selbst ist nach spätestens 14 Tagen abgebaut, danach verbleibt nur das körpereigene Immungedächtnis und seine zugehörigen Zellen. Um jedoch zu einem späteren Zeitpunkt neue Schäden zu entfalten, müsste etwas im Körper verbleiben, wie es beispielsweise bei der Anreicherung bestimmter Metalle der Fall ist. Hier werden oft Aluminium oder Quecksilber genannt, wobei ersteres tatsächlich in Impfungen enthalten ist, jedoch in sehr geringen Mengen. So sind in einer Impfdosis maximal 0,82 Milligramm Aluminium vorhanden, während die für einen Menschen ungefährliche Aufnahme bei 60-80 Milligramm pro Woche liegt. Quecksilber hingegen ist schon lange nicht mehr Bestandteil von Impfungen.

Gelegentlich wurden langsame Erkrankungsverläufe mit Spätschäden entwickelt, so etwa bei der extrem selten durch Pandemrix (Schweinegrippe) verursachten Narkolepsie. Auch hier begann die Erkrankung laut Schilderung Betroffener direkt nach der Impfung, aufgrund der Seltenheit, des teils langsamen Verlaufs und der zunächst unspezifischen Symptome verspätete sich jedoch die Diagnose. Zusammengefasst entstehen Schäden nach einer Impfung entweder sofort oder gar nicht. Die Bedeutung von Langzeitstudien wird an dieser Stelle häufig überschätzt.


Eine Frage der Wahrscheinlichkeit

Anders sieht es bei Langzeitschäden aus: Hierbei handelt es sich um schwere Folgen einer Impfung, die Betroffene langfristig oder sogar dauerhaft beeinträchtigen. Aktuell bekannte oder vermutete Langzeitschäden nach der Coronaimpfung sind:

- Sinusvenenthrombose

Eine von ca. 200.000 Personen mit Astra-Zeneca-Impfung erleidet eine Sinusvenenthrombose, die in einem Viertel der Fälle zum Tod oder bleibenden Schäden führt. Die Quote reduziert sich allerdings deutlich, wenn der Impfstoff erst ab dem 60. Lebensjahr eingesetzt wird. Für die Impfstoffe von Biontech und Moderna konnte kein Risiko gefunden werden. Auch interessant: Das Risiko, eine solche Thrombose im Rahmen einer Covid-19-Infektion zu erleiden, liegt etwa 100fach höher als gewöhnlich.

- Herzmuskelentzündung

Bei allen verfügbaren Impfstoffen besteht das geringfügige Risiko, eine Herzmuskelentzündung zu entwickeln. Insgesamt betraf dies eine von etwa 36.000 Personen, wobei jüngere Impflinge häufiger betroffen waren. Die Erkrankung verlief fast ausnahmslos milde (bei 95 Prozent) und heilte ohne weitere Schäden ab. Todesfälle wurden bislang nicht beobachtet.

- Guillain-Barré-Syndrom

In seltenen Fällen wurde in den USA im Anschluss an eine Corona-Impfung das Auftreten dieser neurologischen Erkrankung beobachtet. Allerdings ist die Erhöhung gegenüber der normalen Rate des Auftretens so gering, dass ein Zusammenhang unklar ist. In Deutschland konnte bislang keine Fallerhöhung beobachtet werden.

- Anaphylaktischer Schock

Ein anaphylaktischer Schock, also eine schwere allergische Reaktion, wurde bislang bei maximal einer von 90.000 Personen (Verdachtsfälle) festgestellt. Ein Zusammenhang ist zurzeit noch nicht endgültig belegt, da alle vier aktuell verfügbaren Impfstoffe grundsätzlich auch für Allergiker geeignet sind. Zu diesem Zweck wurde vollständig auf Hühnereiweiß verzichtet, das bei anderen Impfungen sehr selten zu allergischen Reaktionen führt. Eine Anaphylaxie tritt umgehend auf und kann gut behandelt werden. Durch die 15minütige Beobachtungszeit nach der Impfung kam es daher bislang zu keinen Todesfällen.

Insgesamt ist die Wahrscheinlichkeit, durch die Corona-Impfung einen Langzeitschaden zu erleiden, also außerordentlich gering. Noch geringer ist das Risiko einer nicht behandelbaren Folge. Das Risiko, an Corona zu sterben, beträgt in Deutschland hingegen 2,4 Prozent, es stirbt also mehr als einer von fünfzig Erkrankten. Die Wahrscheinlichkeit ist altersabhängig und beträgt etwa 30 Prozent bei vorerkrankten Personen über 80 und bewegt sich unterhalb von 1 Prozent bei unter 19-Jährigen. Wesentlich höher ist hingegen die Wahrscheinlichkeit von Langzeitfolgen, die je nach Schwere des Verlaufs zwischen 2 und 50 Prozent der Erkrankten betreffen. Dabei reicht die Spanne von chronischer Erschöpfung und milden neurologischen Symptomen über einige Monate hinweg bis zur Notwendigkeit einer Transplantation aufgrund von Organschäden.

Quellen:
www.nature.com /  www.sciencedirect.com / www.academic.oup.com / www.medrxiv.org / www.rki.dewww.dgn.org / www.ncbi.nlm.nih.gov / www.herzstiftung.de / www.dzhk.de / www.akdae.de / www.rki.de / www.rnd.de


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